ziehen die Feinde an, ihre blosse Existenz ruft Feinde hervor, und die Schlösser, erbaut und erzwungen mit Prügel und Blutsaugereien, erleben einen langen Todeskampf, einen zweihundertjährigen grauenvollen Todeskampf, bis sie sich schliesslich nach vielen Besitzwechseln als Museum präsentieren, mit schläfrigen älteren Damen in den Zimmern, die sich zutode langweilen, und bildungsbeflissenen Besuchern, stillen Studienrätinnen, oder Ehepaaren mit verwöhnten Kindern, die sich ebenfalls zutode langweilen, ein stabiler Endzustand, in welchem niemand mehr Angst zu haben braucht und niemand mehr Ansprüche erhebt, wie die Kraft der Sterne, Sie haben es besser, sehen Sie, in Ihrer schlosslosen Gesellschaft, in welcher man nicht mehr weiss, ob es noch Reiche gibt, vielleicht gibt es Reiche, denken Sie, im Hotel Weimar Hilton, einem Prachtsbau, an dem Sie vorbeifahren, im Bus, der am Sonntag nur alle zwei Stunden verkehrt, vielleicht sind die Reichen und Mächtigen in diesem Hotel,

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aber wenn sie dort sind, sind sie nur für kurze Zeit dort, falls es einem wilden Haufen einfiele, dieses moderne Schloss zu stürmen, würden sie nur die gutgekleideten jungen Damen an der Reception antreffen, ratlose Manager, die die Polizei rufen würden, die Aktion würde zu nichts führen, Sie leben in einer glücklichen Welt, in welcher die Aktionen zu nichts führen und deshalb auch niemand mehr viel unternimmt, in einer Welt, in der es keine Machtzentren mehr gibt, sondern nur noch Museen, mein Haus ist ja auch ein Museum, es gibt dort keinen gespensterhaft unnahbaren Geistesfürst mehr, der den Besuchern mit eisiger Kälte entgegentritt, Geistesfürst und zugleich Fürstenknecht, verlängerter Arm des gnädigen Herrn, gehorsamer Diener,

sehen Sie die Urkunden, die man damals schrieb, allergehorsamst, heisst es darin, allerunterthänigst, diese Strukturen mussten verschwinden, so wie die Schlösser verschwanden, auch diese Strukturen waren nicht kräftig genug, sie präsentierten sich nur so, als ob sie kräftig wären, Schritt vor Schritt, es ging Schritt vor Schritt dem Abgrund zu, das haben wir sehr wohl gesehen, und wollten das Unheil so gut es eben ging aufhalten, als einer der grossen Aufhalter, wir haben es auch aufgehalten, wir haben stabilisiert, nach Kräften, aber eben nicht auf die Dauer,

auch Sie dürfen sich nicht zu sicher fühlen, auch Ihre Gesellschaft treibt dem Untergang zu, und auch Sie können versuchen, ein kleines bisschen die Geschwindigkeit zu beeinflussen, wir haben darüber schon gesprochen, su bramante sexualidad, in der Nacht ein Traum, die ganze Familie rast in einem schnellen, wendigen, sehr kleinen Helikopter hoch über Wäldern dahin, ich muss, weil es nicht anders geht und zuwenig Platz vorhanden ist, in ungemütlicher Lage auf dem Bauch liegen, wobei Kopf und Beine frei in der Luft schweben,

 

ich habe Angst, ich denke, wir würden die Fahrt nicht überleben, aber die Angst ist ganz unbegründet, später, am Boden, demonstriert der Helikopter seine sensationellen Fähigkeiten, indem er sich leicht auf die Seite neigt, zu meiner Frau, die ihn tätscheln will, wiegen dieses Blut zur Ruh, jetzt sind wir aber ganz schön weit weg vom Lieben, gelt, das ist zuweilen ganz angenehm, für einmal, etwas Ruhe, keine Sonette, kein Sonettismus, keine Zumutungen und Zettelchen, vous plaisez, wollten Sie schreiben, auf kleine Zettelchen, vous plaisez follement, und der Schönen zustecken, jetzt aber stecken wir in einer ruhigen Betrachtung eines Endzustandes,

 

wir bewerkstelligten einiges, um den Ofen warm zu halten, das darf man wohl sagen, wir waren als Aufhalter auch Ofenwarmhalter, hielten den eigenen Ofen warm und sorgten auch anderenorts, auch an sehr entfernten Orten, für einiges Feuer, doch das ist nun Vergangenheit, sagen Sie, sind Sie eigentlich mit mir zufrieden, oder hätten Sie mehr erwartet, anderes, ganz anderes, weniger Geschwätz, ja oder nein, Sie sind offenbar zufrieden mit dem, was Sie hier erhalten. Saale-Unstrut, trinken Sie nur ungeniert, ich wohnte in der Seifengasse 16 ganz in der Nähe meiner Geliebten, zwei drei Schritte und ich war bei ihr,